Hype oder Business? Ist YouTube auf dem Weg zur Blase?

Artikelbild YouTube Blase

YouTube. Aus dem Web ist die Videoplattform nicht mehr wegzudenken. Und das ist auch gut so, gibt es doch wirklich tonnenweise sehenswerte, informative, faszinierende und lustige Inhalte. Und dann gibt es die Videokünstler, deren Geschäftmodell eine ziemlich große Blase zu sein scheint. Und dicke, große Blasen neigen zum Platzen.

Gleich vorweg: das Ganze hier beschriebene ist mit Sicherheit ein Alters- bzw. Generationenproblem. Wenn die Lochis oder Y-Titty für Teenager vielleicht total witzig sein mögen – vielen Menschen jenseits der 25 dürfte bei deren Anblick nicht mal ein Lächeln über die Gesichtszüge huschen. Zumindest kann man den beiden genannten nicht absprechen, für die Produktion ihrer Videos einen gewissen Aufwand zu betreiben.

Denn da gibt es im Hort der YouTuber ganz andere Personen. Die sind ebenfalls sehr erfolgreich, allerdings mit bedeutend weniger Aufwand. Die sitzen in der Regel auf Ihrem Bett, vor der Speisekammertür oder auf dem Teppich des sterilen und klinikartigem Wohnzimmers und posaunen irgendwelchen Kram in die Kamera. Garniert mit schicken Tricks und hippen Schnitten (Sorry, Smudo), ist hier ein Format entstanden, was wohl selbst bei RTL nicht mal zwei Wochen im Programm bleiben könnte.

Es geht um viel Geld

Wo wir gerade bei RTL sind, kommen wir auch gleich zur Werbung. Die Damen und Herren Videokünstler haben auf YouTube viele, viele Abonnenten. Alleine Dagi Bee bringt es momentan auf über 2 Millionen Abonnenten und ihre Videos auf 3 Millionen Aufrufe in einem Quartal – das ist schon mal eine Hausnummer, die wirklich nicht zu verachten ist.

Interessant wäre allerdings mal ein Blick in die Statistiken und die durchschnittliche Wiedergabezeit der vorgetragenen Monologe. Im Schnitt gehen die Videos von 7 – 10 Minuten – ist die Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppe nicht um einiges geringer?

Epilierer, Haarverlängerungen -und abgelaufene Schokolade

Epilierer, Haarverlängerungen -und abgelaufene Schokolade

Vor, während und rund um die Videos wird Werbung eingeblendet, an denen die YouTuber fein mitverdienen. Das soll auch auch so sein, denn immerhin haben die Videokünstler ja auch Arbeit mit der Produktion Ihrer Videos.
Das Ganze lässt sich der eine oder die andere aber noch weiter versilbern, denn nicht wenige Hersteller stellen den YouTubern Produkte zur Verfügung, die dann in einem Video behandelt werden. In vielen Fällen fließt angeblich kein Geld, dafür darf das Produkt behalten werden. Hoffentlich haben die Damen und Herren schon mal etwas von geldwerten Vorteilen und einem Steuerberater gehört…

Ein kurzer Hype oder ein langfristiges Business?

Die aktuelle Berichterstattung um YouTuber, deren Einnahmen und Prominenz ruft natürlich einen Haufen Mitbewerber auf den Plan. Aber natürlich wird durch mehr Wettbewerb das Publikum auf YouTube nicht größer. Hier dürfte sich in nicht allzu ferner Zeit zeigen, ob vielleicht nicht ein paar Videomärchen jäh zu Ende gehen.

Sind die YouTuber nun ein kurzer Hype oder ein langfristiges Business? Der aktuelle Stand mit hunderten Let’s Plays, Schminktipps und Teenie-Content dürfte seinen Peak vielleicht sogar schon erreicht haben. Die YouTuber müssen erwachsen werden, denn auch auf YouTube und anderen Videoportalen wird Qualität in Zukunft eine gewichtige Rolle spielen. Und die erreicht man nur schwerlich mit gesponsorten Beiträgen…